Schwere Entscheidung

Ich stehe vor eine ziemlich schwere Entscheidung für mich. Falls du die vorigen Einträge gelesen hast, dann weißt du sicherlich, dass ich derzeit in Thailand wohne. Nun stehe ich vor einer für mich ziemlich großen Herausforderung, nämlich die Entscheidung zu treffen, ob ich „mindestens“ für ein paar Monate zurück nach Deutschland gehe. In meinem Kopf geht es die ganze Zeit hin und her. Welcher Pro, welche Contra hat das Ganze. Es macht mir Angst, sogar große Angst. Es ist nicht Angst davor, in das Land zu gehen, indem ich gewohnt habe, aufgewachsen bin und eigentlich die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe.

Es ist die Angst nicht zu wissen wie lange, die Angst davor, zu sehr das Meer zu vermissen. Die Sehnsucht in die Unterwasserwelt ist so groß, dass nur Gedanke mir große Angst bereitet, solange davon entfernt zu sein. Ich weiß, es ist so schwer zu verstehen, doch ich glaube jeder der schonmal Tauchen war, kann das verstehen. Dazu kommt noch, dass ich seit fast zwei Jahren auf kleinen Inseln lebe. Mir macht auch das Leben in Deutschland Sorge. Komme ich mit dem schnellen Leben klar, all den Verkehr, das Wetter? Und … die Stimmung? Vielleicht kommt es dir jetzt komisch vor, diese Zeilen zu lesen. Aber es ist so ein großer Unterschied. Nein, obwohl es das absolute Paradies hier ist, ist nicht alles immer gut. Im Gegenteil. Aber jeden Tag, wenn ich z. B. zur Arbeit gehe, lächle ich, völlig egal wie müde ich auch bin oder erschöpft.

Jetzt stellt sich die Frage, … Angst? Sorge? Das kommt nicht von Gott und das ist wahr. Doch er kennt meine Gefühle, warum sollte ich sie also verstecken? Mein Herz ist schwer, so schwer und er weiß es. Und ich weiß, dass er mir helfen wird, zum einen eine Entscheidung zu treffen und zum anderen mit ihr auch richtig umzugehen. Und unabhängig wie „ich“ mich entscheide, weiß ich, dass er alles zum Guten wenden wird.

So ich glaube, es ist Zeit mal zu erklären, warum ich an diesem Punkt stehe. Es ist auch der Grund, warum ich mich wiedermal so lange nicht gemeldet habe. Ca. Mitte Januar hatte ich sowas wie einen stink normalen Pickel am Kinn … ungefähr 1,5 Wochen hiervor war der evtl. „Spinnenbiss“ verheilt, den ich an einer Pobacke hatte.

Am Tag als meine Eltern und mein Bruder aus Deutschland endlich angekommen waren musste ich noch zum Arzt, denn mein Gesicht war im unteren Bereich schon zur Hälfte angeschwollen, das Reden fiel mir schon schwer. Meine Mama begleitete mich zu meiner ersten Behandlung beim Arzt. Nachts wachte ich vor Schmerzen auf, am nächsten Tage sollte ich wieder zum Arzt gehen. Allerdings hatte sich das Ganze verschlimmert. Die Schmerzen waren schlimmer und jetzt war auch die andere Seite geschwollen und schlimmer als das, auch mein Hals fing an anzuschwellen.

Als der Arzt mich sah, behandelte er mich selber nicht mehr, sondern sagte nur noch: „This doesn´t look good“. Es würde nicht gut aussehen und ich müsste sofort ins Krankenhaus, da das Ganze schon nach Innen gehen würde und ich schnell mit Antibiotika behandelt werden müsse.

Am selben Tag also, ging ich ins Krankenhaus und wurde operiert. Genauso wie am folgenden und den darauf folgenden Tag. Es gab zudem ein Moment, nachdem ich meinem Arzt gesagt hatte, dass ich nicht lachen könne, er darauf hin nur sagte, dass er hofft, dass es wieder kommen würde. Wie sollte ich das Schönste verloren haben, was mir Gott geschenkt hat? Mein Lachen? Der Gedanke daran, nie wieder richtig lachen zu können, war so schwer. Für ungefähr einen Monat musste ich jeden Tag zur Nachbehandlung. Es war eine ziemlich harte Zeit. Schmerzhaft, aber vor allem auch schwer durch all die Emotionen in dieser Zeit.

Ich hatte schon erwähnt, dass mein Jahreswort „endurance“ ist und wiedermal, hielt ich durch. Wie auch nicht. Jesus hatte mir hindurchgeholfen. Während der OP (es war leider nur örtliche Betäubung möglich) sagte ich mir immer wieder: JESUS, JESUS, JESUS … und ich schaute auf Jesus am Kreuz. Wenn er all diese Qualen durchgehalten hatte, dann würde ich diese OP ertragen.

Kurze Zeit, nachdem meine Familie abgereist war, konnte ich wieder arbeiten gehen. Vielleicht sollte es auch einfach eine Möglichkeit sein, mehr Zeit mit Ihnen zu verbringen, ich weiß es nicht. Allerdings ca. wieder 2 Wochen nachdem alles verheilt war … eine scheinbar neue Infektion am Bein. Das war vor zwei Tagen. Ich bat meinen Onkel um Gebet, auch ein anderer Onkel betete für mich und mein Bein ist nun wieder so gut wie geheilt.

Mein Immunsystem scheint nicht richtig zu funktionieren. Oder jedenfalls schwach zu sein. Keine Ahnung, was genau die Ursache davon ist. Zur vielleicht aufkommenden Frage. Ja, es gibt hier Ärzte. Bisher wurde mir sehr gut geholfen. Aber diese Ärzte, alle Untersuchungen und Behandlungen müssen bezahlt werden. Gott hat mich mit einer unglaublich tollen Versicherung gesegnet! An dieser Stelle, ein nicht in Worte zu fassendes Dankeschön an die UKV. Doch manchmal muss man hier auch in Vorklasse gehen und wer weiß, zu welchem Punkt mir auch mal nicht mehr alles zurückbezahlt werden kann. Ich weiß, dass Gott ein lebendiger Gott ist, der auch heute noch Wunder tut. Und die hat er auch die letzten Monate ziemlich oft für mich dargebracht.

Was fest steht ist, dass mein Körper irgendein Problem aufweist, warum er mit immer wieder kehrenden Infektionen zu kämpfen hat. Sollte ich also nach Deutschland reisen? Für einige Monate, um diese wieder 100 % zu festigen? Unser Körper ist Gottes Tempel, auf diesen sollen wir achten. Was genau das jetzt gerade für mich heißt, versuche ich herauszufinden.

Denn ich möchte nicht in Trauer untergehen, weil ich das Meer vermisse. Mir sollte bei diesem Schritt klar sein, dass Gott auch diesen Wunsch kennt und er weiß, was das Beste für mich ist.

Vielleicht erfahrt ihr nächste Woche mehr darüber, welche Entscheidung ich getroffen habe. Eines steht fest. Ich VERTRAUE darauf, dass der Heilige Geist mir bei der Entscheidung hilft, vor allem aber auch mich auf das danach vorzubereiten.

 

Bis dann!

Janine

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